Was ist Aikido?

Aikido ist eine dynamische und gewaltlose Form der Selbstverteidigung, die Meister Morihei Ueshiba (1883-1969) aus den alten japanischen Kampfkünsten entwickelte und an seine Schüler überlieferte. Die Wirksamkeit der Techniken beruht auf einem geschulten und disziplinierten Willen als lenkende Kraft (KI) und dem Vermögen, Gedanken und Handlungen in Harmonie (AI) zu koordinieren.

Die Lehre des Aikido ist nicht nur als Selbstverteidigung zu verstehen, sondern soll als Lebensschulung dienen. Deren Ziel ist es, die Einheit von Körper und Geist im täglichen Leben zu verwirklichen. Nach dem Tod des Aikido-Begründers entwickelten sich viele Aikidostile.

Hier eine Übersicht der größten Aikidorichtungen:

Tendoryu Aikido

Tendoryu Aikido zeichnet sich durch große, klare Bewegungen aus und überzeugt durch Natürlichkeit und harmonischen Bewegungsfluß. Es wurde von Meister Kenji Shimizu begründet, der sechs Jahre als enger Schüler (uchideshi) bei dem Begründer des Aikido verbrachte. Nach seiner Ausbildung gründete Meister Shimizu 1970 seine eigene Aikidorichtung: Tendoryu Aikido.

Meister Shimizu (8. Dan) zählt inzwischen weltweit zu den hochgraduiertesten Aikidolehrern. Er leitet Lehrgänge in Deutschland und anderen europäischen Ländern und trägt somit zur weiteren Verbreitung des Aikido in der Welt bei.

Ki-Aikido

Ki-Aikido wurde von Tohei-Sensei ab 1955 entwickelt und zuerst in Hawai und dann überwiegend in den USA verbreitet. Ki-Aikido ist in Japan weniger populär. Es wird Tohei-Sensei nachgesagt, dass er ein mehr westlich orientiertes Aikido entwickelt habe.

Ki-Aikido betont, wie der Name schon andeutet, besonders die Rolle des Ki im Aikido und im täglichen Leben. Kennzeichnend für das Training sind diverse Ki-Übungen (z. B. der unbeugsame Arm) zum Überprüfen der Stabilität (keep the one point) und des Ki-Flusses. Ki-Aikido wirkt besonders defensiv und spricht in erster Linie an Zen und weniger an Selbstverteidigung interessierte Schüler an.

Yoshinkan-Aikido

Yoshinkan-Aikido wurde von Shioda-Sensei bereits nach dem 2. Weltkrieg gegründet und behauptet von sich, die Budo-Ideale besonders zu betonen. Es wird gesagt, dass Shioda das normale Aikido von O-Sensei zu lasch und zu wenig für die Selbst- verteidigung geeignet hielt.

Shioda erstellte ein auf vielen Einzelkomponenten bestehendes Lehrsystem, das erst für höhere Stufen zusammenhängende Bewegungen und freies Randori vorsieht.

In der Praxis ist Yoshinkan-Aikido durch (militärisch wirkende) Gruppenübungen und das Üben von Teilbewegungen gekennzeichnet, wodurch eine gewisse Härte entsteht.

In Japan wird die Polizei in dieser Aikido-Form ausgebildet.

Aikikai-Aikido

Aikikai-Aikido ist die Hauptrichtung des Aikido und die offizielle Richtung in Japan (Hombu-Dojo). Es ist aber schwer, hier von einer Richtung zu sprechen, da die verschiedensten Lehrer mit sehr unterschiedlichen Charakteren im Aikikai zusammengefaßt sind.

Die meisten Dojos, auf die ein Besucher irgendwo zufällig stößt, sind Aikikai-Dojos oder Abkömmlinge solcher Dojos.

Tomiki-Aikido

Tomiki-Sensei lernte Judo bei Kano-Sensei und studierte parallel dazu Aikido.

Er versucht mit seinem Aikido, beide Richtungen in gewisser Weise zu kombinieren.

Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der Selbstverteidigung. Tomiki-Aikido ist die einzige Aikido-Richtung, die versucht, Wettkämpfe auszuführen.

Tomiki-Aikido wird vorwiegend in Großbritannien betrieben.